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Zweitwohnungen: Aufruf an die Vernunft und den Respekt des Volksentscheides!
Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra richten an die vom neuen Verfassungsartikel der Zweitwohnungen betroffenen Gemeinden den dringenden Appell, sämtliche nach dem 11. März 2012 eingereichten Baugesuche für Zweitwohnungen zu suspendieren. Sie ermahnen deren Behörden, den Volkswillen zu respektieren und der seit der Annahme der Initiative wachsenden Flut von Baugesuchen Einhalt zu gebieten. Die vorschnelle Bewilligung von Baugesuchen in den betroffenen Regionen ist nichts anderes als eine Provokation hinsichtlich der Abstimmung vom 11. März 2012 und die dadurch revidierte Bundesverfassung.
Die beiden Organisationen ersuchen die Bundesverwaltung, zwingende Vorschriften zu erlassen, damit die Behandlung von Baugesuchen, die nach dem 11. März 2012 eingereicht wurden, bis zum Inkrafttreten der Ausführungsbestimmungen sistiert wird. Es wäre in der Tat unbegreiflich, wenn die Annahme der Initiative entgegen dem Volkswillen eine massive Zunahme von Zweitwohnungsbauten zur Folge hätte.
Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra ermutigen Privatpersonen, die sich mit derartigen Baugesuchen konfrontiert sehen, dagegen Einsprache zu erheben. Entsprechende Instruktionen sind abrufbar unter: http://www.zweitwohnungsinitiative.ch/news
Gesuche für Baubewilligungen für neue Zweitwohnungen
Helvetia Nostra lädt Bürgerinnen und Bürger, die missbräuchliche Gesuche für Baubewilligungen für neue Zweitwohnungen beobachten dazu ein, Einsprache gegen die Erteilung dieser Baubewilligungen zu erheben. Einen Musterbrief finden Sie hier.
Wir danken Ihnen für die Zusendung einer Kopie Ihrer Einsprache sowie der Antwort auf Ihre Einsprache (bei Erhalt) an die folgende Email Adresse: ffw@ffw.ch
Arbeitsgruppe zur Klärung offener Fragen der Initiative hat erstmals getagt
«Wir bieten Hand zu Lösungen»
Zweitwohnungen · Der frühere Direktor des Bundesamts für Umwelt und Vertreter des Initiativkomitees Philippe Roch signalisiert Kompromissbereitschaft bei der Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative. Sie sei eine grosse Chance für den Tourismus.
Philippe Roch, welchen Eindruck hinterliess die erste Sitzung der Arbeitsgruppe zur Klärung offener Fragen der Zweitwohnungsinitiative bei Ihnen?
Roch: Bundesrätin Doris Leuthard hat eine gute Einleitung gemacht. Sie will ungeklärte Fragen schnell beantworten und die Stimme des Volkes respektieren. So herrschte von Beginn weg eine gute Stimmung. Ich gehe mit einem guten Eindruck nach Hause.
Quelle: aktuelles Interview in der Berner Zeitung
Arbeitsgruppe zur Klärung der offenen Fragen bestimmt
Mitteilung der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Mit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative hat sich das Schweizer Volk für eine strenge Beschränkung des Zweitwohnungsbaus ausgesprochen. Das Raumplanungsgesetz muss nun entsprechend angepasst werden. Um die damit verbundenen Fragen zu klären, setzt Bundesrätin Doris Leuthard eine Arbeitsgruppe ein. Diese steht unter der Leitung des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE), das auch erste Leitlinien erarbeitet hat, an denen sich Kantone und Gemeinden orientieren können.
Volk und Stände haben am 11. März 2012 die Initiative „Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen!" angenommen. Das führt dazu, dass das Raumplanungsgesetz auf den neuen Verfassungsartikel abgestimmt werden muss. Dabei stellen sich rechtliche Fragen, die durch den Wortlaut der neuen Verfassungsbestimmung nicht eindeutig beantwortet sind.
Die von Bundesrätin Leuthard heute bestimmte Arbeitsgruppe hat den Auftrag, insbesondere zu prüfen, wie der Zweitwohnungsbegriff verfassungskonform ausgelegt werden kann, wie die Übergangsbestimmungen zu verstehen sind und wie die Umsetzung ausgestaltet werden kann. „Mit dem Ja zur Initiative hat das Volk sein Unbehagen über die Zweitwohnungssituation zum Ausdruck gebracht. Es ist daher wichtig, möglichst rasch die nötige verfassungskonforme Ausführungsgesetzgebung zu erlassen und Rechtssicherheit zu schaffen", betonte Bundesrätin Leuthard.
Der Arbeitsgruppe, die vom ARE geleitet wird, gehören Vertreter des Initiativkomitees, der kantonalen Bau- und Planungsdirektorenkonferenz (BPUK), der Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK), der Schweizerischen Kantonsplanerkonferenz (KPK), des Schweizerischen Gemeindeverbandes (SGV) und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) sowie Tourismusexperten und Vertreter des Bundesamts für Justiz (BJ), des Bundesamts für Statistik (BFS), des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) sowie des Staatsekretariats für Wirtschaft (SECO) an. Die erste Sitzung wird in der ersten Aprilhälfte stattfinden.
Lesen Sie hier die ganze Mitteilung der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Vera Weber: Das grosse Interview in der SonntagsZeitung
«Ich hoffe schon, dass er ein bisschen stolz auf seine Tochter ist»
Umweltschützerin Vera Weber im Sonntagsgespräch mit der SonntagsZeitung über ihren Vater, die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative, ihr Alter als Vorteil und Handicap und ihre politischen Ambitionen.
Das Grandhotel Giessbach liegt noch im Winterschlaf, obwohl die Frühlingssonne schon erstaunlich viel Kraft hat. Erst Ende April wird das 1983 von Franz Weber vor dem Abbruch gerettete Jugendstilschloss hoch über dem Brienzersee wieder eröffnet. So lässt Vera Weber, Verwaltungsrätin der Giessbach AG und Tochter des Umweltschützers, einen Tisch auf der leeren Terrasse aufstellen. Bevor sie Platz nimmt, blickt sie einen Augenblick lang hinaus auf das im Abendlicht glitzernde, smaragdgrüne Wasser und atmet tief ein: «Ist das nicht traumhaft hier? Diese Ruhe, diese Schönheit. Wenn ich hierherkomme, bin ich glücklich.»
Ein wunderschöner Ort! Haben Sie hier den Abstimmungserfolg Ihrer Initiative gefeiert?
Vera Weber: Wir haben gar nicht gefeiert.
Nein? Aber es war die erste nationale Initiative, die die Fondation Weber durchgebracht hat.
Wir hatten gar keine Zeit zum Feiern. Wir waren dauernd am Telefon, vor den Kameras und Mikrofonen und haben nicht einmal mitgekriegt, als das definitive Resultat dann endlich feststand.
Hat Ihnen Ihr Vater gratuliert?
Er hat mir am nächsten Tag gesagt, dass er mir dankbar ist für meine geleistete Arbeit. Und dass ich das gut gemacht habe.
Das tönt nicht sehr überschwänglich . . . War er nicht stolz auf Sie?
Ich hoffe schon, dass er ein bisschen stolz auf seine Tochter ist.
Ganzes Interview im Layout - erste Seite